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Sie wiegt 16 Tonnen, ist 10 m hoch und sorgte über Jahrzehnte dafür, dass sich Menschen treffen.

Es geht um die Weltzeituhr am Alexanderplatz.

Am 30. September 2019 feiert sie ihren 50. Geburtstag. Fangen wir aber von vorne an.

Kurz vorm 20. Jahrestag der DDR wurde die Urania-Weltzeituhr, wie sie auch genannt wird, dem Volk übergeben. Als eine der zentralen Sehenswürdigkeiten haben sich früher wie heute Touristen und Berliner im Schatten der Uhr getroffen.

Niemand kann genau sagen, wann sich die Weltzeituhr zu einem zentralen Treffpunkt für schwule Männer entwickelte? Fakt ist aber, es passierte irgendwann.

 

 

Über die Grenzen von Berlin hinaus waren schwule Treffpunkte wie die Weltzeituhr, der Märchenbrunnen aber auch das SEZ an der Landsberger Allee, bekannt.
Da es keine nennenswerten schwulen Treffpunkte in den Bezirksstädten gab, sah ein Tag für einen schwulen Berlin-Besucher oft wie folgt aus. Ronny, Klaus oder Thomas kamen kamen am Ostbahnhof mit einem der vielen D Züge an, stiegen in die S Bahn um und fuhren zum Alexanderplatz. Dort angekommen, war der Besuch der Weltzeituhr ein Muss. In deren Schatten saßen und standen viele Männer. Größtes Problem, man musste unterscheiden zwischen pausierenden Touristen und Gays.
Über viele Jahrzehnte war das Altersspektrum der Gays, die sich im Schatten der Weltzeituhr trafen, vielfältiger als jede Gaykneipe heute aufweist.

Natürlich fischten auch viele schwule Berliner an der Weltzeituhr und fanden den einen oder anderen Gay vom Land. Dann passierte es ganz schnell das die Wochenendliebe am Freitagabend begann und am Sonntag endete, wenn einer der Gays wieder aufs Land zurück fuhr.
Wer es nicht bis in die privaten Räume schaffte mit seinem neuen Bekannten, der ging auch gerne die 20 m weiter in die Toilette und hatte dort seinen Spaß. Es gab Zeiten am Tag, wo die Toilette und ihre eigentliche Nutzung nebensächlich war.

Als dritter Treffpunkt im Schatten der Urania-Weltzeituhr war natürlich auch die Besenkammer. Noch heute einer der zentralen Treffs für Gays in Mitte.
Wenn jemand weniger Lust auf Kneipe hatte, für den war der Weg zum Märchenbrunnen auch nicht weit. Allerdings war das mit einem Fußweg von ca. 15 Minuten verbunden, da die Tram lange Zeit nicht über den Alexanderplatz fuhr.
 

Beide Treffpunkte waren natürlich auch Ziel von Überfällen und Razzien.
Zu DDR Zeiten gab es auch mal Razzien durch die Volkspolizei. Grund war die Erstellung von sogenannten Rosa Listen. Die Partei- und Staatsführung konnte Homosexuelle nicht einschätzen, wollte aber gerne wissen, wer auf Männer steht.
Anfang der 1990ziger Jahre kam es dann zu Überfällen auf Schwule durch Rechte hinzu.
Wer zu bestimmten Zeiten, vorrangig in den späten Abendstunden an der Weltzeituhr flirtete, lief Gefahr Opfer von Gewalt zu werden.

Heute spielt die Weltzeituhr kaum noch eine Rolle für schwule Männer als Treffpunkt. Längst haben das Internet oder die eine oder Andere App das Datingverhalten der Gays komplett geändert.

Trotzdem, wer die Rolle der Weltzeituhr kennt und noch erlebt hat, lässt noch heute gerne mal einen Blick um das Bauwerk schweifen.

Alles Gute Weltzeituhr zum 50. Geburtstag.

 

 

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