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Kinostar: 21. Februar

DER VERLORENE SOHN erzählt die ergreifende und wahre Geschichte des neunzehnjährigen Jared (Lucas Hedges), der in einem Baptistenprediger-Haushalt in den amerikanischen Südstaaten aufwächst. Als sein streng gläubiger Vater (Russell Crowe) von der Homosexualität seines Sohnes erfährt, drängt er ihn zur Teilnahme an einer fragwürdigen Reparativtherapie. Vor die Wahl gestellt, entweder seine Identität oder seine Familie und seinen Glauben zu riskieren, lässt er sich notgedrungen auf die absurde Behandlung ein. Seine Mutter (Nicole Kidman) begleitet Jared zu der abgeschotteten Einrichtung, deren selbst ernannter Therapeut Viktor Sykes (Joel Edgerton) ein entwürdigendes und unmenschliches Umerziehungsprogramm leitet.

Basierend auf dem gefeierten, autobiografischen Roman Boy Erased von Garrard Conley, erzählt das starbesetzte Drama eindrucksvoll von den erschütternden Zuständen im Bible Belt der USA. Und vom mutigen Kampf eines jungen Mannes gegen Homophobie und für ein selbstbestimmtes Leben.

 

Nach The Gift ist DER VERLORENE SOHN die zweite Regiearbeit des australischen Schauspielers Joel Edgerton, der vor und hinter der Kamera immer wieder ein besonderes Gespür für die inneren Kämpfe von Außenseitern gezeigt hat. In einem Film, der ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die fragwürdigen Praktiken der Umerziehung ist, hat er selbst mutig die Rolle des unnachgiebig fanatischen Therapeuten übernommen. Darüber hinaus hat er auch das Drehbuch geschrieben und fungiert als Co-Produzent.

Das beeindruckende Ensemble wird von den befreundeten Down-Under-Hollywood- Stars Nicole Kidman und Russell Crowe angeführt, die hier zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera stehen. Nach berührenden Auftritten in Manchester By the Sea, Lady Bird und Three Billboards outside Ebbing, Missouri brilliert Lucas Hedges hier in der Hauptrolle. Eine zutiefst bewegende und zugleich universelle Geschichte.

 

ANMERKUNGEN DES REGISSEURS JOEL EDGERTON

Ich habe Garrard Conley zum ersten Mal an einem kalten Nachmittag im Februar 2017 in einem Café in Brooklyn getroffen. Seit diesem ersten Tag unserer Begegnung war es unser Ziel, mit diesem Film auf das Thema Reparativtherapie und ihre negativen Folgen für die Betroffenen aufmerksam zu machen und Garrards persönlicher Geschichte auf der Leinwand wirklich gerecht zu werden.

Als Kind bestand meine größte Angst als Basis für meine frühen Alpträume darin, mir sämtliche Situationen vorzustellen, in denen mir die Freiheit entzogen wurde: Krieg, Gefängnis, Sekten, die Besetzung der Erde durch Außerirdische und von meinen Eltern getrennt zu werden. Diese düsteren Aussichten wurden dann auch die Basis für meine einfachen Gebete als Junge, der in einem katholischen Umfeld groß wurde.

Als Kinobesucher und Filmemacher berühren solche Geschichten immer noch etwas in mir. Und diese Angst vor dem Verlust der Freiheit war der Aspekt, der mich an DER VERLORENE SOHN interessiert hat, als mir meine Produzentin Kerry Kohansky-Roberts empfahl, das Drehbuch zu lesen. Und sicherlich fand ich beim Lesen all diese Aspekte – aber da war noch etwas mehr. Diese zusätzliche Dimension der Geschichte hat mich letztendlich überzeugt, aus Gerrards Biografie einen Film für die große Leinwand zu machen.

Seine Geschichte der Ungerechtigkeit, seine detaillierten Erinnerungen an den Verlust seiner Freiheit, die Vorurteile, mit denen er konfrontiert wurde und sein Kampf darum, akzeptiert zu werden, waren gleichzeitig von so viel Liebe erfüllt und Schmerz, der aus tiefster Liebe entsteht, und damit verbunden eine große Verunsicherung. Es ist das Drama, das im wahren Leben entsteht, wenn die Lebensüberzeugungen von Menschen konträr gegenüberstehen und auf den Kopf gestellt werden. Und trotzdem erkennen wir im Zentrum dieses unglaublichen Dilemmas, dass keiner der Menschen, mit denen Garrard konfrontiert war, ein schlechter Mensch sein wollte. Alle glaubten daran, dass sie das Richtige tun.

Als ich diesen Film dann unbedingt machen wollte, musste ich mich der Herausforderung stellen, Garrards Geschichte so wahrhaftig wie möglich zu erzählen. Ich war entschlossen, die Position und die Überzeugung jeder einzelnen Figur in die Geschichte einzubeziehen. Und ich wollte Menschen nicht als böse darstellen, wenn sie keine bösen Absichten hatten. Das wäre zu einfach und unaufrichtig gewesen. Bedenkt man die Geschichte und den Kontext, in denen der Film angesiedelt ist, bestand kein Zweifel daran, dass es eine für Cast und Crew schwierige und emotionale Arbeit werden würde. Deshalb war es umso wichtiger, sich immer im Bereich von Wahrheit und Aufrichtigkeit zu bewegen. Und diese Arbeit war es auch deshalb wert, weil Garrards Geschichte im wahren Leben mit Hoffnung endet. Im Vordergrund standen dabei seine persönliche Entwicklung und sein Wille, seine Identität und seine Zukunft gegen alle Widerstände selbst zu gestalten. Und der Nebeneffekt war, dass die Menschen, die ihm nahestehen, dadurch gezwungen waren, ihre eigene Entwicklung in eine positive Richtung zu lenken. Und so hat er auf seine Weise etwas in den Köpfen der Menschen bewegt.

So wie ich die Landschaft meines Gefühlslebens zu Beginn geschildert habe, ist es nicht überraschend, dass Einer flog übers Kuckucksnest einer meiner Lieblingsfilme wurde. Und es ist interessant, während der Film 1975 gemacht wurde, wurde das Buch 1962 geschrieben - fünf Jahre bevor Lobotomie in den USA verboten wurde. Es macht, genauso wie Gerrards Biografie, auf fragwürdige Praktiken aufmerksam. Und wir haben unseren Film zu einer Zeit gemacht, in der die nicht genehmigte Methode der Reparativtherapie immer noch im ganzen Land praktiziert wird.

Wenn wir unsere Arbeit mit dem Film richtig machen, haben wir die Chance, eine größere Diskussion über ein Thema anzustoßen, das Aufmerksamkeit bedarf. Die Reparativtherapie im Allgemeinen existiert in vielen verschiedenen Varianten, in hundert verschiedenen Ländern. Es wird auf verschiedene Weise ständig wiederholt. Einige davon basieren auf Religion, andere nicht.

 

Einige werden mit Psychotherapie kombiniert. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Reparativtherapie richtet unglaublich großen Schaden an.

Doch wie in allen Geschichten über Gefängnisse oder Institutionen, in denen Menschen gegen ihren Willen gefangen gehalten werden, geht es im Kern um die Sehnsucht nach Freiheit. Und Freiheit in all ihren Formen bedeutet auch, akzeptiert zu werden. Und das betrifft nicht nur diejenigen, die diese Reparativtherapie machen mussten, sondern auch deren Familien. Ich hoffe, dass diese Botschaft des Films auch Eltern erreicht, die durch ihre Kinder mit eigenen Problemen von Akzeptanz zu tun haben. Sexualität kann man sich nicht aussuchen, man kann sie nicht reparieren oder lernen, glücklicherweise aber kann man Akzeptanz lernen. Durch diesen Arbeitsprozess habe ich sehr viel darüber gelernt, was es bedeutet, andere Menschen zu lieben und dadurch auch mich selbst. Und ich hatte dadurch Kontakt zu den unglaublichsten Menschen, die mit Leidenschaft, Offenheit und Liebe durchs Leben gehen. Sie hat meine Augen und mein Herz für andere Welten geöffnet, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Es hat mein Wertesystem in Bezug auf Glauben neu geordnet und meinem Engagement für Akzeptanz neue Stärke verliehen. Und wenn Zuschauer sich DER VERLORENE SOHN ansehen, hoffe ich, dass sie körperlich spüren können, wie viel Leidenschaft in dieses Projekt investiert wurde. Und obwohl wir alle verschieden sein mögen, ist die eine wesentliche menschliche Emotion, die wir alle teilen, doch die Liebe. Die Liebe wird sich immer durchsetzen, die Liebe wird immer gewinnen und darum geht es in diesem Film.

 

 

 

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