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Lesbischer Literatursalon: Erotik und Gänsehaut

Lesung, Talkrunde & Live-Musik.

 

Mit Veronika Otto an Cello, Pferdekopfgeige und anderen Instrumenten, es lesen Regina Nössler, Kali Drische und Verlegerin Claudia Gehrke u.a. aus „Neulich im Schrank“, „Mein lesbisches Auge“ und aus „Schleierwollken“ 

Heitere, brüllendkomische, zarte, erotische und gänsehauthervorrufende Geschichten rund um lesbisches Lieben, Leben und Sex.

In Regina Nösslers neuem Thriller „Schleierwolken“ spielt das Verhältnis zwischen einer Mutter und einer Tochter eine große Rolle. Auch mit sechsundvierzig erträgt Protagonistin Elisabeth es kaum, dass ihre Mutter an allem herummäkelt und sie und ihre Art zu leben immer abgelehnt hat. Aber sie kümmert sich um diese zunehmend pflegebedürftige Mutter …

Knapp und pointiert schreibt Kali Drische Episoden quer durch ein (Liebes-)Leben „Man lacht, man weint, man leidet mit.“ (Magarete Stokowski über „Neulich im Schrank“ von Kali Drische / taz.de).

Das neue lesbische Auge handelt von ersten Malen und dem Coming-out, von SM und Sanftem, von Brüsten und von Identitäten in der Welt zwischen „Männlichem“ und „Weiblichem“. Ein Thema zieht sich in unterschiedlichen Aspekten quer durchs Buch: Mütter.

Samstag, 16.02.2019, 20.30 Uhr - Berlin, Prinz Eisenherz

Andreas Bertram, das ist der schwule Junge, den es aus dem Sauerland nach München verschlagen hat. Und der uns im Sommer schon einmal begegnet ist. Als wir danach gefragt wurden, ob wir denn einen Tipp für eine federleichte Lektüre für den Strandkorb hätten. Ja, den hatten wir. Nämlich sein erstes Buch "Schmeckt nach Urlaub und macht nicht dick".

Andreas Bertram schreibt jedoch bienenfleissig weiter und so ist schon bald danach sein zweites Buch auf unserem Bücherstapel gelandet: "Riecht nach Ärger und weihnachtet sehr". Es geht einem mit Andreas Bertrams Büchern wie mit Ralf Königs Comicheften oder Mozarts Klavierkonzerten - liebst Du eins, liebst du alle.

Am 30. August 2015, vor drei Wochen also, ist Oliver Sacks in New York City gestorben und die Gay Community hat einen ihrer profiliertesten und herausragendsten Vertreter verloren.

Wer war Oliver Sacks ? Etwas zugespitzt gesagt: Er war "Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte". So lautet jedenfalls der Titel eines seiner Bücher, mit denen er weltbekannt wurde. Sacks war Neurologe und Neuropsychiater und verfügte über die Gabe, die auf diesem Gebiet auftretenden Krankheitsbilder wie Autismus, Alzheimer, Parkinson, Tourette-Syndrom usw. wissenschaftlich korrekt, jedoch allgemeinverständlich dazustellen. An Hand von Fallgeschichten beschreibt Sacks mit großer Intensität, was solche neurologischen Befunde für die Betroffenen und ihr Umfeld bedeuten.

Auf dem Infotisch der Stadtbücherei hat die lokale Schwulengruppe ihren Flyer platziert. Der Bürgermeister hat dessen Entfernung angeordnet. Da es schliesslich um Menschenrechte geht, lockt eine von der Schwulengruppe veranstalte Demo auch Unterstützer an. Die Demo hat Erfolg und die Flyer kommen auf den Infotisch zurück. "Alle freuen sich. Dann geht ein gesitteter Sturm auf die Bibliothek los. Die meisten haben das berühmt gewordene Flugblatt nie gesehen. Jetzt holen sie sich eins. Um es zu sehen und als Andenken aufzubewahren...Der Sturm auf die Bibliothek hat natürlich den Effekt, dass wieder keine Flyer der lokalen Schwulengruppe in der Bibliothek ausliegen."

Mit 22 Jahren ein Bestsellerautor und schon in 18 Sprachen übersetzt. So kann Erfolg auch aussehen. Die meisten unserer Zuhörer haben den richtigen Zeitpunkt für so eine steile Karriere wohl schon verpasst. Geschafft hat das der französische Schriftsteller Edouard Louis, der eigentlich Eddy Bellegeule, also Eddy Schönmaul, heisst.

Und er hat es geschafft mit einer schonungslosen Darstellung der Kindheit und Jugend eines schwulen Jungen in der tiefsten französischen Provinz. Wie der auf der Suche ist und versucht, sich mit seiner von der Norm abweichenden sexuellen Orientierung in einer lust- und lebensfeindlichen Umwelt zurechtzufinden. Zwar ein Roman, aber wohl ein weitgehend autobiographischer.

Wer sich ein bisschen für schwule Literatur interessiert, ist sicher schon auf Edmund White gestoßen. Besonders die vier autobiografischen Romane Selbstbildnis eines Jünglings, Und das schöne Zimmer ist leer , Abschiedssymphonie und The Married Man haben großes Interesse gefunden. Aber auch als Mitverfasser des Sachbuches "Die Freuden der Schwulen - ein Handbuch zum Leben und Lieben" ist er uns auf vielen Büchertischen mindestens schon mal begegnet. Das war natürlich eines seiner finanziell erfolgreichsten Bücher - sex sells - und das - wäre es nur nach ihm gegangen - eigentlich die "Trostlosigkeit von schwulem Sex" hätte heissen müssen.

All das und vieles mehr erfahren wir aus Whites Erinnerungen an die 60er und 70er Jahre, die unter dem Titel "City Boy" im Bruno Gmünder Verlag jetzt auf deutsch erschienen sind.

"Endlich einmal", denke ich. Endlich einmal hat da jemand einen Stoff aufgegriffen, der sich wirklich lohnt, denke ich als ich zu Tom Boudens Comicband "In Bed with David & Jonathan" greife.

Denn David und Jonathan sind für mich fest verortet in der Bibel, im Alten Testament. David und Jonathan, das ist, soweit ich weiss, das einzige schwule Liebespaar, das uns dort, im 1. Buch Samuel, begegnet. Immerhin.

David und Jonathan sind ziemlich kriegerische Typen, aber beide schlossen einen innigen Bund miteinander und hatten sich lieb wie ihr eigenes Herz. Und halten gegenüber Jonathans Vater zusammen, der David töten und sie so auseinanderbringen will. Mit dem Satz "Deine Liebe ist mir köstlicher gewesen als Frauenliebe ist", wird David zitiert. "Und sie küssten einander und sie weinten miteinander" als es ans Abschiednehmen geht. An anderer Stelle wird noch berichtet, dass David, der spätere König, bei einem Festmarsch zum angeblichen Entsetzen der Frauen nackt hinter der Bundeslade tanzte. Was für ein Kerl! Was für ein Paar! Was für eine Geschichte!

Ausländer ist jeder fast überall. Aber wenn eine zur Ausländerin wird in dem Land, in dem sie geboren und aufgewachsen ist, dann ist das nicht nur absurd, sondern auch schwer verdächtig, menschenrechtswidrig zu sein.

Die eben 18 gewordene Amra befindet sich gerade mitten in ihrer Ausbildung zur Kfz.-Mechatronikerin, als ein Brief sie zum sofortigen Verlassen der BRD auffordert und die Abschiebung androht. Gutgemeinte Aktivitäten von Klassenkameraden, Arbeitskollegen, zwei Pizzabäckern und anderen können das nicht verhindern und Amra wird zwangsweise abgeschoben. Das bedeutet den Abbruch ihrer Berufsausbildung und die Trennung von ihren Freunden, insbesondere von ihrer Freundin Nina, die sie liebt.

Davon und was dann noch alles passiert handelt das Buch "Amra und Amir - Abschiebung in eine unbekannte Heimat" von Maria Braig.

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